Schule bleibt oder schließt ? Kultusministerium
Homepage der Schule in Picher Schule in Picher saniert

Kreistagssitzung schob die Entscheidung auf

Nach 4 Stunden folgte das vorläufige AUS für den Schulentwicklungsplan. Landrat Christiansen hatte die Diskussion eingeleitet und auf die Bedeutung des Planes und seines Beschlusses nochmals eindringlich hingewiesen. Trotz der bekannten Härten, müsse es eine Entscheidung geben, weil es kaum Alternativen gäbe. Was dann folgte waren Beiträge der Politiker, die jeweils nacheinander die zu schließenden Standorte erhalten wollten. Natürlich waren alle Aussagen gut vorbereitet und in bedeutungsschwere Worte gefasst aber es gab nichts, was nicht schon bekannt war. Bleibt die gewünschte Schule, geht die andere. Keiner kann ernsthaft glauben, dass der überarbeitete Plan wesentlich anders aussehen wird. Mag sein, dass Eldena Malliss überflügelt, vielleicht auch Kummer Picher, oder, oder...
Es wurden mehrfach Vermutungen über die Positionen des Bildungsministeriums angestellt. Warum?
Für Klassenbildungen und deren Stärken gibt es gültige Gesetze, die seit Jahren knallhart angewendet werden. Weiß das niemand? Man hätte doch mal jemand aus dem Ministerium fragen können, wenn man sich nicht sicher ist. Oder war es Absicht, es nicht zu tun?
Am Ende wird man sich immer gegen einen Standort durchsetzen müssen, der wiederum mit Protest antworten wird. Schade, dass nur einzelne Politiker, wie Herr Rogin (PDS) Unbefangenheit zeigten. Erstaunlich die Nörgelei, die an den Bewertungskriterien vorgenommen wurden. Man hatte den Eindruck, dass viele Volksvertreter sich erst NACH der Bewertung damit beschäftigt hatten. Wie wahr Herr Mach! Sie haben sich mit den Bewertungskriterien keinen guten Dienst erwiesen. Auch wenn es unpopulär ist, Schulbetrieb ist teuer und Geld ist knapp. Wer hier mit pädagogischer Grundsatzdiskussion angreift, der verschließt die Augen vor der Finanzsituation des Landes. PISA hin PISA her. Eine Grundschule mit 20 Kindern oder eine Realschule mit 52 Schülern ist kein Garant für besseres Lesen oder Rechnen. Kinder sind auch schon seit Jahrzehnten Bus gefahren und haben keine Schäden davon getragen. Wissen die Abgeordneten eigentlich nicht, dass täglich 9000 Schulkinder im Landkreis transportiert werden. Wollen sie denen etwa anbieten, künftig darauf zu verzichten, weil es unzumutbar ist. Eine Fahrtstrecke von 6km zu einem Gymnasium ist doch wohl nicht der Rede Wert. War es nicht 10 Jahre lang wunderschön, dass Neustadt und Grabow Gymnasien hatten, weil nach der Wende Riesenbedarf bestand. Jetzt gibt es zu wenig Schüler und keiner kann ernsthaft glauben, dass es eine Kreisstadt ohne Gymnasium geben soll, weil Miniaturausgaben erhalten werden. Der Landkreis als Träger wird wohl kaum Mühe haben, auch ohne Entwicklungsplan, die beiden Standorte zu schließen. Die zu schließenden Schulen sind natürlich Gräber für das knappe Geld aber es werden sich Wege der Finanzierung finden. Was würde die gestrige Ablehnung des Schulentwicklungsplanes wohl kosten, könnte man den Schaden berechnen?
Das wären doch schon mal ein paar Mark für den Finanzausgleich betroffener Kommunen gewesen.
PISA hat gezeigt, dass Schule in Deutschland nicht besonders gut ist aber die gestrige  Kreistagssitzung hat gezeigt, dass einige Volksvertreter auch nur Mittelklasse sind.
Treiben Sie ruhig verbalen Wahlkampf, wann immer Sie den Mund auf machen, bald wird keiner mehr zur Wahl kommen.(mitiku)


 

Schule bleibt oder schließt ?
18.12.2001

"Was wird nun aus der Schule in Picher ?" Diese Frage wird in den letzten Wochen im ganzen Schulbereich immer wieder gestellt. Warum eigentlich ? Im Gebiet zwischen Hagenow und Ludwigslust wohnen ca. 6000 Menschen. Ein Teil dieses Bereiches gehört zum Amt Ludwigslust-Land, der andere zum Amt Hagenow-Land. In Picher gibt es seit der letzten Schulzusammenlegung eine Haupt- und Realschule mit Grundschule (früher POS). 2001 lernen dort 364 Kinder aus den Orten Picher, Moraas, Kuhstorf, Redefin, Bresegard, Belsch, Groß-Krams und Strohkirchen. Bis 2005 wird diese Zahl unter 200 liegen. In Kummer lernen Schüler aus den umliegenden Orten mit ca. 2000 Einwohnern und im Jahre 2001 ca. 200 Kindern. Auch diese Zahl wird in wenigen Jahren drastisch gesunken sein.
Seit Anfang diesen Jahres erarbeitete der Landkreis Ludwigslust, den sogenannten
Schulentwicklungsplan. Darin ist vorgesehen, die Anzahl der Schulen zu reduzieren, da jede Schule Mindestschülerzahlen aufweisen muss. Logisch - eine Schule mit einer Handvoll Kindern ist nicht finanzierbar, Schuleinzugsbereiche müssen geändert, zusammengelegt werden und Schulstandorte werden geschlossen. Eine weitrechende Maßnahme, die nur wenig beliebt ist, insbesondere an den Schließungsstandorten auf Protest stößt. Klar!
Also, wie entscheiden ? Ein Bewertungskatalog wurde erstellt, der Schülerzahlen, Standorterreichbarkeit, Zustand des Schulgebäudes erfassen sollte. Picher wird zu den Sachverhalten mit 80 Punkten, Kummer mit 52 bewertet. Weiterhin sollte das inhaltliche Profil der Schulen geprüft werden, die in Konkurrenz stehen. Also Picher und Kummer wurden inhaltlich bewertet, so wie weitere 5 Schulen in der gleichen Situation. Nach einer Beratung im Landkreis im Februar 2001 stand fest, dass ALLE Schulen bewertet werden sollten. Es kam anders. Die Bewertungskriterien standen also für alle fest und Ende Juli 2001 erhielten 7 Schulen den Anruf: "Bewertungskommission kommt in einer Woche!" So geschah es. Vier Personen, zwei Kreiselternratsmitglieder und zwei aus dem Bildungsausschuss des Kreistages, fragten die erschienenen Lehrer, Eltern und Lehrer über das inhaltliche Profil der Schule.

  • Gibt es ein Schulprogramm ?
  • Wie wirkt die Schule nach Außen ?
  • Welche zusätzlichen Angebote hat sie ?
  • Gibt es Modellversuche ?
    Wie ist die Zusammenarbeit mit Schüler- und Elternvertretungen ?

Man bewertete NICHT den Unterricht, den Ausfall, die Abschlüsse u.s.w.!

Aus diesem Vergleich geht Picher mit 22 Punkten weniger hervor, so dass ein Endstand von Picher 100 : Kummer 94 Punkten entsteht. Alles klar. Picher kommt in den Plan, Kummer läuft aus. 
Fast alles klar, denn es taucht die Frage auf "Kann eine inhaltlich schlechtere Schule bestehen, wenn es eine bessere, 5km weiter, gibt? Nicht ganz unberechtigt aber Punkte sind Punkte und warum hat man sich die Mühe der Gesamtbewertung gemacht, wenn es unterschiedlich wichtige Punkte gibt ? Gute, bessere Inhalte aus Kummer kann man auf das System in Picher übertragen. Es werden nicht nur Schüler aus Kummer kommen, sondern auch Lehrer.
Picher ist die einzige Alternative zu Hagenow und Ludwigslust. Wird die Schule hier zu gemacht, sind die beiden Städte mit ihren Schulen die lachenden Dritten. Bei allem Respekt vor der sehr guten Arbeit der Lehrer in Kummer, sollten beide Standorte sich auf Picher einigen, damit eine Landschule erhalten bleiben kann. Am 20.12.2001 wird der Kreistag, werden die Fraktionen der Parteien eine Entscheidung für oder gegen den Schulentwicklungsplan treffen. Plan angenommen würde heißen - Picher bleibt. Plan verworfen, würde heißen - neu planen. Man kann vermuten, dass den Städten dann der Vorrang gegeben wird. Inzwischen gibt es ja eine Zahl von Eltern aus beiden Schulbereichen, die bereits in die Stadtschulen Hagenows und Ludwigslusts ausweichen.
Es bleibt spannend. (mitiku)                                      
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Schule in Picher saniert
15.7.2001 M. Tiede

Im September 2000, pünktlich zum Schuljahresanfang, begannen die Sanierungsarbeiten an der Theodor-Körner-Schule Picher. Ca. 1.3 Millionen DM - ohne Fördermittel - hatte der Schulverband Picher-Redefin bereitgestellt, um diesen 1. Bauabschnitt zu realisieren. Endlich konnte es losgehen, nachdem man mehrere Jahre vergeblich auf Fördermittel gewartet hatte. Die Schulverbands-gemeinden stellten sich der großen Verantwortung und erbrachten die Mittel aus eigener Kraft. Kreditaufnahme war natürlich unumgänglich. Nach 6 Monaten Bauzeit stehen die Firmen nun vor der Vollendung der Arbeiten, für Schüler und Lehrer geht eine Zeit der baubedingten Unruhe zu Ende. Die Aussicht auf ein schöneres Schulgebäude gab allen Kraft dafür. Handwerksbetriebe wie Zimmerei Schwark, Alt-Jabel, Bauunternehmen Pfluger , Bresegard, Dachdeckerei Schulrath, Kuhstorf, und andere, haben gute Arbeit geleistet. Das Ingenieurbüro Warnigk leitete den Bauabauf. Decken und Wände wurden gedämmt, Fenster erneuert - nun in blau. Aus dem Flachdach wurde ein Spitzdach und der Nordgiebel erhielt Verblend-mauerwerk, was der typischen Bauweise in Norddeutschland entspricht.

Die anderen Fassaden sind in Ziegelfarbton verputzt. Die Südseite hat außerdem farbenfrohe Sonnenblenden über den Fenstern erhalten. Obwohl noch einige - teure - Bauabschnitte erforderlich sein werden, sieht die Schule bereits jetzt wirklich gut aus. Hoffen wir das alle Nutzer diesen großen Aufwand zu schätzen und zu bewahren wissen, damit die Verschönerung auch lange schön bleibt.

Natürlich hoffen viele auf den Fortbestand der tra- ditionsreichen Picherschen Schule, auch nach den Entscheidungen zur Schulnetzplanung des Kreis- tages. Mit einer Investition von der o.g. Größenordnung haben die Schulverbandsgemein-den ein deutliches Zeichen für ihr Interesse am Standort Picher bekundet. Schulleitung und Kollegium werden durch gute Arbeit dazu bei-tragen, unsere Schule in Picher attraktiv zu halten und den Erwartungen von Schülern und Eltern noch besser gerecht zu werden.