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Das Kinderheim in Kuhstorf

Fast alle Kuhstorfer kennen diese Haus welches fast 70 Jahre lang Wohn- und Arbeitsort gewesen ist. Inzwischen ist es seit langer Zeit außer Betrieb und steht leer. Diesen Sachverhalt habe ich zum Anlass genommen, um einige Informationen und Über- legungen zu veröffentlichen.
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1925 wurde das Kinderheim gebaut und bis 1992 genutzt. In den 30ger Jahren gab es eine kurze Zeit in der es Altersheim war. Im Krieg war es dann auch Notunterkunft für Hamburger, die ausgebombt waren. Wie man sich leicht denken kann, gab es insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg viele Kinder die kein Elternhaus mehr hatten und hier aufgenommen werden konnten. Die Zahl der Kinder, die in diesem Haus eine lange Zeit ihrer Kindheit verbrachten, ist mir nicht bekannt und wird wohl schwer zu ermitteln sein. Ich bin sicher, dass es jedoch noch sehr viele gibt, die sich an die Zeit hier, erinnern werden. Dabei wird es bestimmt gute und weniger gute Erinnerungen geben. Vielleicht stolpert jemand der ehemaligen Bewohner mal über diese Seite und meldet sich bei mir.   blackbox_home.gif

Als Nachbarskinder hatten wir oft selbst Kontakt zu den Kindern dort und auch zum Kindergarten und zur Gemeinde gab es rege Kontakte. Natürlich wirkte das Heim ins Dorf hinein, denn neben der LPG war es der zweitgrößte Arbeitgeber im Dorf. Nach meiner Erinnerung haben dort ca. 30  Frauen
(und Max S.) gearbeitet. Die langjährigen Heimleiterinnen Fräulein Guse und Frau Beckmann waren es, die dem Wohnort vieler kleiner Kinder das Gepräge gaben und für gutes Auskommen sorgten. Zu DDR Zeiten stand es natürlich unter Verwaltung und politischer Aufsicht der "Abteilung Volksbildung" und den dort amtierenden Schulräten.

Nach der Wende sind die Einwesungen einiger Heimkinder ja ins Gerede gekommen, weil es sich um politische Zwangseinweisungen gehandelt haben soll. Darüber habe ich nichts in Erfahrung bringen können. Ich wäre jedoch für Hinweise dankbar.     blackbox_home.gif

Neben dem Heim für Kinder und dem Arbeitsort, war das Kinderheim für Kuhstorf auch in anderer Hinsicht von höchster Bedeutung. Es war wie eine sprudelnde Quelle, aus der junge attraktive Frauen hervor kamen - die jährlich hinzu kommenden Erzieherinnen von der Schule in Schwerin. Nur in wenigen Orten der Umgebung hatten es die jungen Männer so leicht an Mädels heran zu kommen wie hier in Kuhstorf. (Was nicht heißen soll, dass die Mädchen leicht zu haben waren). Es gibt noch heute glückliche Ehen, die aus Kindergärtnerin und Kuhstorfermann bestehen, die durch diese Geschichte entstanden. Aber es waren ja nicht nur Ehen sondern auch nette Freundschaften und Liebeleien, die ja nicht immer gleich zum Ernst wurden. Auch angestammte Kuhstorferinnen arbeiteten natürlich hier. Wie zu DDR Zeiten üblich, wurde auch bis hoch ins Rentenalter hier gedient und einige der Frauen wurden zur Institution im Heim. Da meine Mutter nach ihrer Zeit in der LPG ebenfalls dort tätig war, kenne ich einige Episoden aus dem dortigen Alltag und Bruchstücke aus dem Leben einiger Kinder dort. Auch in der heutigen Zeit wäre es für so manches Kind ein Segen, wenn es an so einen wohl behüteten Ort kommen könnte.     blackbox_home.gif

Ich werde in nächster Zeit nach weiteren Details der Geschichte des Kinderheimes "Herrmann Fischer" suchen und sie nach und nach hier veröffentlichen.

Zu den Fotos vom 22.03.2003 gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, So siet ein Haus aus, wenn es 11 Jahre leer steht. Der Vandalismus hält sich (noch) in Grenzen. Die Bausubstanz ist besser als mancher Kuhstorfer glaubt. Eigentümer ist übrigens der Landkreis Ludwigslust. Es steht nach wie vor zum Verkauf, der Preis ist mir nicht bekannt.

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